Mittwoch, 31. Juli 2013

Fachkräfte in der Kinderbetreuung und -erziehung gesucht

Ab dem 1. August haben alle Kinder mit dem vollendeten ersten Lebensjahr einen Rechtsanspruch auf Betreuung. Bund, Länder und Kommunen arbeiten nun daran, ein bedarfsgerechtes und qualitatives Angebot bereitzustellen.Eine neue Arbeitsmarktbroschüre der Bundesagentur für Arbeit (BA) zum Thema „Fachkräfte in der Kinderbetreuung und -erziehung“ analysiert unter anderem die Kinderbetreuungsquoten, die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen sowie die Potenziale unter den Arbeitslosen. So ist zum Beispiel die Arbeitslosigkeit in den Berufen der Kinderbetreuung um mehr als die Hälfte seit 2008 bis heute zurückgegangen und das Beschäftigungsplus in den westlichen Bundesländern historisch bedingt deutlich kräftiger ausgefallen als in den östlichen. Regionale Unterschiede zeigen sich auch beim Niveau der Kinderbetreuung. Die Bandbreite reicht von neun sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten je einhundert Kindern in Hamburg bis hin zu mehr als vierzehn in Berlin und Brandenburg.




Auch wenn die BA derzeit noch keinen flächendeckenden Fachkräfteengpass erkennt, wird bis 2016 mit einem zusätzlichen Bedarf von rund 20.000 Fachkräften in der Kinderbetreuung gerechnet. Jobcenter und Arbeitsagenturen haben rund 6.000 arbeitslose Frauen und Männer angesprochen und für eine Neuorientierung hin zum Erzieherberuf motiviert. Von diesem Potenzial werden bis Ende des Jahres voraussichtlich 1.500 Arbeitslose eine Qualifizierungsmaßnahme begonnen haben. Voraussetzung für die Umschulungen sind unter anderem zertifizierte Schulungsangebote, entsprechende Ausbildungskapazitäten und die Ko-Finanzierung durch die Länder. Diese Voraussetzungen sind bislang nicht in allen Bundesländern gegeben.

Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der BA: „Ein dichtes Netz an Betreuungsmöglichkeiten eröffnet auch für die rund 600.000 Alleinerziehenden in der Grundsicherung neue Perspektiven für den beruflichen Wiedereinstieg. Hinzu kommt, dass für viele Kinder aus einem schwierigen sozialen Umfeld ein frühzeitiger Kita-Besuch Chancen auf bestmögliche Förderung bieten.“
Alt betont auch, dass es für die Integration von arbeitsuchenden Eltern auf dem Arbeitsmarkt mehr Anstrengungen und bessere Rahmenbedingungen braucht. „Die Arbeitszeiten werden immer flexibler, aber bei den Kinderbetreuungszeiten sind wir stehen geblieben. Ohne Angebote weit über klassische Modelle hinaus, werden wir auch langfristig jungen und motivierten Eltern keine Angebote machen können“, so Alt.

PM 041 der Arbeitsagentur vom 29.07.2013

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